Beteiligte des Maifests im Ranntal halten an erfolgreichem Spirituosenverbot Fest

Vorbesprechung Maifest 2017Mit viel guter Laune unter Freunden bei hoffentlich schönem Wetter und ab 16 durchaus mit dem ein oder anderen Bier sollen Jung und Alt den 1. Mai im Ranntal feiern können – auf harten Alkohol, halbe Schnapsleichen rund um die große Eiche oder gar den nächsten Tag im Krankenhaus kann man allerdings getrost verzichten. So lautet auch in diesem Jahr die gemeinsame Botschaft der beteiligten Gemeinden Keltern und Remchingen, von Polizei, Deutschem Roten Kreuz, Sicherheitsdienst und dem Turnverein Nöttingen (TVN), der rund um die Große Eiche für eine leckere und erfrischende Bewirtung sorgt.

„Wir sind der Meinung, dass sich nach durchaus schlimmen Ereignissen in der Vergangenheit das darauffolgende Konzept mit dem Spirituosenverbot in den vergangen Jahren bewährt hat und wollen daran festhalten“, erklärte Günther Haas, Leiter des Polizeireviers Neuenbürg und Einsatzleiter im Ranntal, bei einer gemeinsamen Vorortbesprechung der Beteiligten, „Unsere Hauptprämisse ist, dass Jung und Alt den 1. Mai mit möglichst wenig Beeinträchtigungen und Einschränkungen feiern können. Gemeinsam mit allen Beteiligten wollen wir übermäßigem Alkoholkonsum, insbesondere von Jugendlichen oder gar Kindern, zielgerecht begegnen.“

Nachdem bereits 2009 ein Fahrverbot am 1. Mai für den motorisierten Verkehr sowie ein Verbot von lauten Musikverstärkeranlagen am Treffpunkt mitunter Tausender Menschen aus der weiten Umgebung verordnet wurde, haben die Gemeinden Remchingen und Keltern 2013 die Spirituosenverbot-Verordnungen im jeweiligen Einzugsgebiet erlassen. Branntwein und branntweinhaltige Getränke dürfen demnach im Ranntal und den umliegenden Freiflächen und Waldrandstreifen weder konsumiert, noch mitgeführt oder ausgeschenkt werden. Mussten 2012 zeitweise noch alle Rettungskräfte der Region ins Ranntal eilen, wodurch die öffentliche Sicherheit andernorts nicht mehr voll gewährleistet war, hat die Reglung seither zu einer deutlichen Entlastung geführt. Dabei setzt die Polizei auf das Verständnis der Jugendlichen, harten Alkohol gar nicht erst mitzunehmen, spätestens aber an den eingerichteten Kontrollstellen freiwillig abzugeben: „Unser Einschreiten richtet sich nicht gegen friedliches Feiern, sondern gegen Personen, die Straftaten begangen haben oder anderweitig über die Stränge schlagen. Der schönste Erfolg wäre, wenn wir möglichst wenig in Erscheinung treten müssen, Jung und Alt unbeschwert den Tag genießen können.“

Darauf freut sich auch der Turnverein, schließlich reicht die Tradition des Maifests schon fast 90 Jahre zurück, wie der TVN-Vorsitzende Hubert Bittighofer recherchiert hat: 1929 beschloss der Turnrat das erste Waldfest, damals noch am ersten Sonntag im Wonnemonat und zusammen mit dem Männergesangverein Freundschaft. In den Dreißigerjahren legte man das Fest samt Bewirtung auf den mittlerweile zum Feiertag erklärten 1. Mai: „Mit vielen tollen Angeboten wollen wir auch in diesem Jahr für beste Stimmung bei der ganzen Familie sorgen!“

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