Weideabtrieb lockte so viele Besucher wie noch nie

Weideabtrieb 2017  (1)Sonniges Herbstwetter, golden gefärbte Landschaft, bunt geschmückte Kühe, alpenländisch gewandete Hüteburschen, gut gelaunte Zuschauer und eine zünftige Verpflegung, das waren die Zutaten für einen gelungenen Weideabtrieb in Dietlingen. Weit über 1 000 Zuschauer erlebten so an Allerheiligen ein ganz besonderes Ereignis, das geprägt war von Landwirtschaftsromantik und alpenländischem Flair. Dabei ließen es sich rund 100 Besucher nicht nehmen schon auf der Weide an der verlängerten Beethovenstraße vor Ort zu sein um das Einfangen und Schmücken der Tiere mitzuerleben. Mit gewohnter Routine und entsprechender Gelassenheit wurden der Jungstier „Herkules“ und die sechs Kühe der Rasse Hinterwälder Weidevieh von Hobbylandwirt Klaus Nittel, seinen Söhnen Sebastian und Michael sowie den Helfern Rolf Hofsäß, Benjamin Meier, Christian Lenert und Carolin Burger ans Halfter genommen und mit Blumen zwischen den Hörnern geschmückt. Zu guter Letzt wurden den Vierbeinern die auf Hochglanz polierten Glocken umgehängt.

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Derart herausgeputzt und mit einem gewissen Stalldrang im Rinderhirn marschierte die Herde mit flottem Schritt durch Dietlingen bis zum Rastplatz am verlängerten Niebelsbacher Weg. Viele Zuschauer säumten den rund 1, 5 Kilometer langen Weg den die Herde mit der dreizehn Jahre alten Leitkuh „Gerdi“ und den anderen Rindviechern nahm. Mit der Bewirtung durch Kelterner Heimatverein, dem Arbeitskreis Heimatpflege und Kunst (AHK) entfaltete der Viehtrieb hier seinen besonderen Charme. Dafür sorgten unter anderem auch die Alphornfreunde Bauschlott. Die vier Bläser, zu denen auch Hobbylandwirt Nittel zählt, spielten nicht nur zur Unterhaltung, sondern auch für einen wohltätigen Zweck, für den Kinder- und Jugendhospizdienst „Sterneninsel“ Pforzheim-Enzkreis. Ein weiterer Hingucker waren die Traktorveteranen der Schlepperfreunde aus Straubenhardt und Wilferdingen die insgesamt rund 25 historische Traktoren präsentierten, sowie „Kettensägenkünstler“ Georg Kuhn aus Gräfenhausen der mit geübtem Auge und sicherer Hand Sterne und Figuren aus kleineren Holzstämmen sägte. Unter den zahlreichen Besuchern war auch der ehemals mit seiner Herde über die heimischen Fluren gezogene Wanderschäfer Heinz Ruhland (70). Er war mit der Familie von Machtolsheim auf der Schwäbischen Alb nach Dietlingen gekommen um den Weideabtrieb mitzuerleben und Freunde und Bekannte wiederzusehen. So genossen Alt und Jung, Traktorfreunde und Folkoreliebhaber einen herrlichen Herbsttag mit viel Unterhaltung und heiteren Sprüchen. Für den Gaumengenuss hatten die AHK-Mitglieder mit einem zünftigen Vesper, mit heißen Rinds-Würsten und Glühmost, aber auch mit heimischen Weinen, Bier und alkoholfreien Getränken gesorgt. Am Schluss war alles ausverkauft über 800 Würste, 25 Laib Brot, 40 Liter Glühmost, sowie unzählige Liter Wein und Bier.

 

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