„Der Wald im Enzkreis"

Teil 4: Die Waldwege

 WaldwegeDer Wald prägt die Landschaft im Enzkreis. Von den ausgedehnten Eichenwäldern im Stromberg bis hinauf in den Nordschwarzwald mit seinen Tannenbeständen bedeckt er etwa 40 Prozent der Kreisfläche. Er dient der Erholung der Bürger, ist Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten und liefert einen einzigartigen nachwachsenden Rohstoff. Der Förster sorgt für einen Ausgleich der verschiedenen Interessen; in einer Serie im Mitteilungsblatt erfahren Sie, was er im Jahreslauf im Wald tut.

Waldwege sind teuer

Ohne Wege wäre der Wald ein undurchdringliches Dickicht. Die Waldwege öffnen ihn für die Nutzung – sei es für diejenigen, die im Wald arbeiten, oder für die Menschen, die sich dort gerne in ihrer Freizeit aufhalten: Zum Wandern, zum Joggen oder zum Radfahren.

Finanziert werden die Wege von den Waldbesitzern; im Enzkreis sind das vor allem die Gemeinden und das Land Baden-Württemberg. Die Wege ermöglichen für sie vor allem die Forstwirtschaft in ihren Wäldern. Der Bau und die Unterhaltung sind sehr aufwändig und teuer, denn Waldwege müssen schwersten Beanspruchungen standhalten, und das auch bei schlechten Witterungsbedingungen: Bis zu 40 Tonnen  wiegen die Fahrzeuge, die die Wege „ertragen“ müssen. Während des Holzeinschlags kann es dennoch zu Beschädigungen und starken Verschmutzungen kommen – vor allem bei nassem Wetter. Dies kann meist nicht während der Arbeiten beseitigt werden; der Förster kümmert sich darum, wenn die Holzernte abgeschlossen ist.

Geschotterte Waldwege werden regelmäßig unterhalten – entweder von Hand beim Ausbessern von Schlaglöchern oder mit Maschinen, den sogenannten Gradern, die das Wegprofil wieder herstellen. Zu einer ordentlichen Wegeunterhaltung gehört das Mulchen der Bankette, also der Ränder entlang der geschotterten Flächen. Dies ist erforderlich, damit das Wasser aus den Fahrspuren abfließen kann. Im Hinblick auf die Erfordernisse des Naturschutzes beschränkt der Förster das Mulchen aber auf das Notwendigste.

Waldwege stehen jedem offen – (fast) immer

Auch wenn sie eigentlich den Waldbesitzern gehören: Die Waldwege stehen im Rahmen des freien Betretungsrechts jedem unentgeltlich zur Verfügung, der in den Wald gehen oder laufen, reiten oder auf dem Rad fahren möchte. Die gemeinsame Nutzung der Wege durch die verschiedenen Gruppen setzt aber ein gewisses Maß an Toleranz und Verständnis für die Bedürfnisse der jeweils anderen voraus. Nicht erlaubt ist übrigens das unbefugte Befahren der Waldwege mit Auto oder Gespannen: Es gilt als Ordnungswidrigkeit und wird vom Förster mit einem Strafzettel geahndet.

Das Betreten geschieht auf eigene Gefahr: Im Wald muss damit gerechnet werden, dass vor allem bei stärkerem Winde Äste oder Stammteile abbrechen und auf die Wege fallen können. Zur Durchführung von Holzfäll-Arbeiten, bei Reparaturen an den Wegen oder bei herbstlichen Drückjagden werden die Waldwege in den Arbeitsbereichen gesperrt. Die Absperrungen müssen im Interesse der eigenen Sicherheit unbedingt respektiert und befolgt werden! Bei fast 23.000 Hektar Waldfläche und einem gut ausgebauten Waldwegenetz im Enzkreis sollte es kein Problem sein, in andere Waldbereiche auszuweichen.

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