„Der Wald im Enzkreis“, Teil 5

Die Fichte – Baum des Jahres 2017

FichteDer Wald prägt die Landschaft im Enzkreis. Von den ausgedehnten Eichenwäldern im Stromberg bis hinauf in den Nordschwarzwald mit seinen Tannenbeständen bedeckt er etwa 40 Prozent der Kreisfläche. Er dient der Erholung der Bürger, ist Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten und liefert einen einzigartigen nachwachsenden Rohstoff. Der Förster sorgt für einen Ausgleich der verschiedenen Interessen; in einer Serie im Mitteilungsblatt erfahren Sie, was er im Jahreslauf im Wald tut.

Der „Brotbaum“ der Forst- und Holzwirtschaft

Die Fichte ist Deutschlands häufigste Baumart: Ein Viertel der Waldfläche gehört ihr, in Baden-Württemberg sogar 34 Prozent. Von Natur aus wäre sie bei uns in wesentlich geringeren Anteilen vertreten: Ihr natürliches Verbreitungsgebiet sind die höheren Lagen der Mittelgebirge und der Alpen, denn sie braucht eine ganzjährig gute Wasserversorgung und gut durchlüftete Böden. In Reinbeständen und auf ungünstigen Standorten drohen der Fichte deshalb zahlreiche Gefahren durch Borkenkäfer, Rotfäule und Sturmwurf.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts leidet sie zudem besonders unter dem Klimawandel und der damit verbundenen  ungünstigeren Niederschlagsverteilung. Deshalb werden diese naturfernen Bestände seit vielen Jahrzehnten Schritt für Schritt in naturnahe Mischbestände umgebaut. Die Forstwirtschaft stützt sich dabei auf wissenschaftliche fundierte Informationen über den forstlichen Standort: Er umfasst alle Wuchsbedingungen aus Grundgestein, Boden, Niederschlag und Temperatur. Leistungsfähige Klimamodelle prognostizieren, wie sich diese Bedingungen in Zukunft entwickeln werden.

Damit können die Förster für jeden Punkt in Deutschland eine naturnahe Baumartenzusammensetzung des Waldes genau abstimmen und so das Anbaurisiko auch für die Fichte erheblich senken. Auf geeigneten Standorten, in der richtigen Mischung mit anderen Baumarten, natürlich verjüngt und sorgsam gepflegt, wird es Baden-Württembergs Waldbesitzern also auch in Zukunft möglich sein, die Fichte mit ihren vielen Vorzügen weiter zu nutzen.

Zapfen runter, Daumen hoch!

Die Eigenschaften der Fichte machen sie zu einem sehr bedeutsamen Holzlieferanten. Sie wird deshalb auch „Brotbaum“ der Forst- und Holzwirtschaft genannt. Sie ist relativ leicht anzupflanzen, wächst schnell, ist anspruchslos gegenüber Bodennährstoffen und bringt bereits in geringen Dimensionen Erträge. Das leichte, tragfeste Holz ist ein wahrer Alleskönner, der sich hervorragend zum Bauen und Konstruieren eignet. Da bundesweit rund zwei Drittel des erzeugten Nadelschnittholzes in der Bauwirtschaft Verwendung finden, leistet die Fichte einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Durch den Verbau des Holzes werden langfristig große Mengen an Kohlendioxid gespeichert und andere klimaschädliche Stoffe wie Stahl oder Öl eingespart.

Gerne wird die Gemeine Fichte (Picea abies L.) mit der Weißtanne (Abies alba MILL.) verwechselt, kommen doch beide oft nebeneinander im Wald vor. Zur Erkennung der Fichte, die im Volksmund  auch „Rottanne“ genannt wird, findet man am Baum die nach unten hängenden  Zapfen, während die der Tannen am Zweig nach oben stehen.

                               Der „Tannenzapfen“ auf dem Waldweg… gehört meistens der Fichte.

Bei den gemeinhin bekannten „Tannenzapfen“, die man beim Waldspaziergang am Waldboden findet, handelt es sich also meist um Fichtenzapfen. Die Zapfen der Weißtanne fallen nicht als Ganzes vom Baum ab, sondern zerlegen sich auf dem Zweig in ihre einzelnen Schuppen. Sind die Nadeln an älteren Zweigen abgefallen, fühlen sich die Zweige raspelig und rau an.

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