Flüchtlinge im Enzkreis

Teil 34: Trotz „Verschnaufpause“ werden weiterhin neue Wohnungen und Unterkünfte gebraucht

Logo EnzkreisViele Tausend Menschen suchen Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die im Mitteilungsblatt erscheint.

Noch mehr als 1.000 Menschen in Notunterkünften

Statt bis zu 4.500 Flüchtlingen pro Woche wird das Land Baden-Württemberg im Mai und voraussichtlich auch im Juni nur noch je 500 pro Monat auf die Stadt- und Landkreise verteilen. Für den Enzkreis bedeutet dies, dass in diesen Monaten praktisch keine weiteren Asylbewerber kommen werden.

Allerdings leben noch mehr als 1.000 der etwa 2.800 Flüchtlinge im Kreis in Notunterkünften, zum Beispiel in Zelten wie in Göbrichen und Niefern oder in ehemaligen Sport- und Gemeindehallen wie in Bauschlott oder Mühlacker. Etwa drei Viertel von ihnen haben eine hohe Bleibeperspektive, werden also vermutlich dauerhaft in Deutschland bleiben können. Um deren Situation und ihre Integrations-Chancen zu verbessern, sucht die Kreisverwaltung deshalb auch weiterhin angemessenen Wohnraum.

Gemeinschaftsunterkünfte im Bau und in Planung

In mehreren Gemeinden entstehen momentan neue Gemeinschafts-Unterkünfte. In Illingen hat der Enzkreis selbst eine solche in Massivbauweise errichtet, die kürzlich eingeweiht wurde. In anderen Gemeinden entstehen Bauten aus Modulen, zum Beispiel in Form von Wohncontainer-Anlagen. Geprüft werden außerdem Möglichkeiten, Wohneinheiten in Holzbauweise zu errichten. Darüber hinaus ist das Landratsamt auch weiterhin auf der Suche nach Mietwohnungen.

Die bestehenden Notunterkünfte sollen vorläufig noch nicht aufgelöst werden, da eine Vorhersage über die künftige Entwicklung kaum möglich ist. Der starke Rückgang bei den Flüchtlingszahlen ist zurückzuführen auf die Sperrung der sogenannten Balkanroute und das Flüchtlings-Abkommen mit der Türkei. Beides ändert jedoch nichts an den eigentlichen Fluchtursachen, zum Beispiel dem Bürgerkrieg in Syrien oder dem Terror-Regime des IS.

Der Enzkreis hält deshalb an den Notunterkünften fest, um bei einem erneuten Anstieg der Zahlen gewappnet zu sein. Bis dahin soll die Belegung von Zelten und Hallen reduziert werden, was die Lebensqualität in diesen Unterkünften für die Menschen deutlich steigern wird.

Allerdings wird es bei Verlegungen nicht immer möglich sein, dass die Flüchtlinge innerhalb der Gemeinde umziehen: Passgenaue Lösungen, zum Beispiel für eine Familie mit drei oder vier Kindern, sind erfahrungsgemäß nur schwer  zu finden – dies gelingt im Ort praktisch nie.

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