Flüchtlinge im Enzkreis

Teil 38: Wenn Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehren

Logo EnzkreisViele Tausend Menschen suchen Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die in loser Folge im Mitteilungsblatt erscheint. Alle bisherigen Artikel der Serie finden sich im Internet unter www.enzkreis.de/Flüchtlinge.

Ausreise ist nur ins Heimatland möglich

Im Enzkreis leben momentan 2.700 Asylbewerber; mehr als die Hälfte wartet noch auf eine Entscheidung über den Asylantrag. Einige Menschen haben sich entschlossen, in ihre Heimat zurückzukehren, oder haben dies bereits getan – die meisten, weil ihr Asylantrag abgelehnt wurde. Allerdings reicht ein einfaches Rückreise-Ticket nicht aus. Eine Ausreise ist zudem nur in das Heimatland möglich.

Die größte Hürde stellen gültige Ausweis-Papiere dar – sie sind in der Regel die Voraussetzung, dass Menschen aus Deutschland ausreisen, vor allem aber, dass sie in ihrer Heimat einreisen dürfen. Wer keine gültigen Papiere hat, muss sie bei der Botschaft oder dem Konsulat des Heimatlandes beantragen; die Bearbeitungszeit ist dabei je nach Land sehr unterschiedlich. Wenn der Pass für den Asylantrag abgegeben wurde, kann er beim BAMF angefordert werden; auch dies nimmt meist einige Zeit in Anspruch.

Menschen aus dem Kosovo können sich beim Landratsamt ein „Laissez passer“ ausstellen lassen. Dies ist ein Standard-Reisedokument der Europäischen Union für die Rückkehr von Ausländern ohne Reisedokumente – allerdings nur in Länder, die diesen Passersatz anerkennen. Dies ist momentan nur beim Kosovo der Fall.

Finanzielle Förderung der Rückkehr

Wer freiwillig in seine Heimat zurückkehrt, kann über das Landratsamt einen Zuschuss aus dem Rückkehrprogramm der Internationalen Organisation für Migration beantragen. Gefördert werden die Organisation und die Reise; für einige Länder ist auch eine Starthilfe im Heimatland möglich. Den Zuschuss gibt es nur einmal – wer ihn bereits zuvor erhalten hat, geht leer aus. Keinen Zuschuss gibt es für Menschen, die nach Syrien zurückreisen: Die Situation dort ist so gefährlich, dass eine Rückkehr nicht gefördert werden soll.

Menschen, die ausreisen, erhalten vom Landratsamt eine sogenannte Grenzübertritts-Bescheinigung. Sie wird bei der Ausreise oder – wenn die Reise im Bus erfolgt – bei der deutschen Botschaft im jeweiligen Heimatland abgegeben und von dort zurückgeschickt. Nur so kann nachvollzogen werden, ob jemand tatsächlich das Land verlassen hat. Wer freiwillig zurückkehrt, unterschreibt zudem eine entsprechende Erklärung, mit der alle anhängigen Asylanträge und Gerichtsverfahren zurückgenommen werden.

Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde und die keine Duldung aus humanitären oder anderen Gründen erhalten, sind zur Ausreise verpflichtet und können notfalls abgeschoben werden. Dadurch verlieren sie jedoch nicht nur eine mögliche finanzielle Unterstützung: Nur wer freiwillig zurückkehrt, kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder nach Deutschland einreisen – beispielsweise, weil er ein Arbeitsangebot bekommen hat.

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