Haushaltseinbringung 2018

(es gilt das gesprochene Wort)

Mit meinem Schlusszitat aus meiner letzten Einbringungsrede von 2017 von J.F. Kennedy möchte ich meine heutige Rede beginnen:
„Wenn wir uns einig sind, gibt es wenig, was wir nicht tun können. Wenn wir uns uneins sind, gibt es wenig, was wir tun können.“

Sehr geehrte Damen und Herren Gemeinderäte, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

Ein historischer Moment wirf seine Schatten voraus oder soll ich lieber sagen rund 700 bedruckte Seiten. Soviel hat nämlich der erste Kelterner Doppik-Haushalte, der von Kämmerer Kern und seinem gesamten Rechnungsamtsteam erstellt wurde und den wir heute einbringen werden.

Nach jahrzehntelanger kameraler Haushaltsführung werden wir ab sofort das Zahlenwerk auf Grundlage des neuen kommunalen Haushaltsrechts vorlegen, das sich dann mehr oder weniger an die kaufmännische Doppik anlehnen wird. So sieht es die Gesetzgebung in Baden-Württemberg vor.

Das bedeute für Sie, liebe Ratsmitglieder, auch eine grundlegende Umstellung was das Zahlenwerk angeht. Vom bekannten Haushalt, der in Verwaltungs- und Vermögenshaushalt und dort in Einzelpläne, Abschnitte und Unterabschnitte gegliedert war, nun in einen Haushalt, der in Ergebnis- und Finanzhaushalt sowie in Teilhaushalte und dort in Produktgruppen gegliedert ist. Teilweise sind die bisherigen Einzelpläne nun auf verschiedenen Teilhaushalten verteilt. Damit die Umstellung und die Einarbeitung ins neue Zahlenwerk nicht ganz so schwer wird, hat unser Kämmerer den Vorbericht sehr ausführlich und mit vielen Informationen gestaltet. Ebenso hat er die wichtigsten Zahlen dort notiert.

Das Ihnen vorliegende Zahlenwerk, soll im Januar beraten und beschlossen werden, so dass Sie über die Feiertage und den Jahreswechsel die Zeit haben, sich damit vertraut zu machen.

Eines kann ich Ihnen vorab zusagen, Überraschungen und versteckte Investitionen haben wir nicht eingeplant. Die wichtigsten Investitionen haben wir in der öffentlichen Sitzung am 18. November auch schon vorberaten und erläutert.

Die Mitte November noch eingegangenen Anträge der CDU und SPD Fraktionen sind dem Zahlenwerk beigefügt. Die dort aufgeführten Punkte waren von Seiten der Verwaltung schon weitestgehend in den Entwurf eingearbeitet bzw. schon umgesetzt und können im Zuge der Beratungen noch diskutiert werden.

Unser Etat 2018 ist wieder auf einer soliden und sparsamen Basis erstellt worden und weist im Ergebnishaushalt ordentliche Aufwendungen von 18.050.329 EUR und ordentliche Erträge von 18.379.922 EUR aus, so dass ein ordentliches Ergebnis von 329.593 EUR geplant ist. Die Verbesserung im Bereich der zu zahlenden Kreisumlage, die am Montag vom Kreistag von 29,05 auf 27,15% gesenkt wurde, ist in diesem Ergebnis noch nicht enthalten. Für Keltern bedeutet dies nochmals eine Verbesserung beim ordentlichen Ergebnis um ca. 230.000 Euro.

Auch ohne diese Verbesserung ist sichergestellt, dass der durch die Abschreibungen dargestellte Vermögensverzehr aus dem laufenden Haushalt sehr gut erwirtschaftet werden kann.

Als vergleichbarer Wert des bisherigen Gradmessers der kameralen Zuführung an den Vermögenshaushalt dient im doppischen System der Zahlungsmittelüberschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit. Dieser liegt 2018 bei geplanten 1.624.900 EUR, wobei auch hier noch die ca. 230.000 Euro aus der geringeren Kreisumlage dazu addiert werden dürfen.

Investitionen sind 2018 in Höhe von 7.283.700 EUR vorgesehen, auf die ich später näher eingehen werde.

Werte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,

Sie sehen, ich habe den Mund nicht zu voll genommen, als ich vorhin davon sprach, dass wir wieder einen soliden und sparsamen Haushalt vorlegen.

Die Umstellung vom kameralen auf den doppischen Haushalt geht nicht immer ganz so reibungslos. Oft haben Kommunen bei ihrem ersten doppischen Haushalt ein negatives Ergebnis, da sie den Vermögensverzehr nicht erwirtschaften können.

Dass dies bei uns gelungen ist, liegt u.a. auch daran, dass wir in den vergangenen Jahren immer sparsam und vorausschauend gewirtschaftet haben.

Jedoch führt dies wiederum in den nächsten Jahren dazu, dass wir einen enormen Investitionsstau vor uns herschieben und viele Maßnahmen und Investitionen auf einmal anfallen und getätigt werden müssen. Dies wiederum werden sich in den folgenden Jahren dann auf unser ordentliches Ergebnis auswirken. Nach jetzigem Stand können wir trotzdem ein positives Ergebnis im Plan ausweisen.

Wir müssen also auch in Zukunft wirtschaftlich mit unseren zur Verfügung gestellten Mitteln haushalten, ohne dabei den Erhalt des Bestandes bzw. die Zukunftsentwicklung unserer Kommune zu vernachlässigen.

Betrachten wir den Ergebnishaushalt, dann werden Sie feststellen, dass unsere Haupteinnahmequellen, wie bisher auch, die Einkommenssteuer mit 5,85 Mio. Euro ist, was eine Steigerung von ca. ½ Mio. Euro zu diesem Jahr bedeutet.

Die Gewerbesteuer liegt mit 3,0 Mio. Euro leicht über dem Ansatz von 2017, ist aber bewusst sehr vorsichtig geschätzt worden, obwohl das Ergebnis 2016 deutlich über dem geschätzten Ansatz lag.

Eine Verbesserung im Ergebnis ist mir lieber, als eine Verschlechterung, von daher rechnen wir den Ansatz eher vorsichtiger. Ich denke das ist auch ganz in Ihrem Sinn.

Bei den Schlüsselzuweisungen mit 3,4 Mio. Euro und der Grund- und Hundesteuer mit ca. 853.000 Euro bzw. 37.000 EUR haben wir im Vergleich zum Ansatz 2017 keine nennenswerten Veränderungen.

Was auch dem zu Schulden ist, dass die Hebesätze in den vergangenen Jahren nicht verändert wurden.

Lediglich bei dem Anteil der Umsatzsteuer können wir auch 2018 mit einer Erhöhung auf 428.000 Euro rechnen, was ein Mehr zu 2017 von ca. 50.000 Euro bedeutet.

Beim Familienleistungsausgleich haben wir eine leichte Erhöhung um ca. 14.000 Euro auf ca. 445.000 Euro.

Bei den Aufwendungen sind die bekannten Positionen zu nennen:

Die Personalkosten schlagen mit 4,8 Mio. Euro zu buche, was eine Erhöhung um ca. 116.000 Euro zu 2017 bedeutet. Dies liegt zum einen an den tariflichen Steigerungen und zum Anderen an tariflichen Veränderungen, wonach einige Bedienstete Anträge auf Höhegruppierung gestellt haben, die einen rechtlichen Anspruch darauf auch haben, wenn die Stellenbewertung dies ergibt.

Im Stellenplan gibt es rechnerisch keine Erhöhung. Jedoch ist nominal im Hauptamt eine Erhöhung um 0,1 Stellen vorgesehen. Dass sich dies nicht auf die Stellenanzahl zu 2017 auswirkt, liegt daran, dass wir eine Verrentung hatten und eine Stelle nicht mehr voll angerechnet werden muss, da die Kinderbetreuungszeit abgelaufen ist.

Für das Bauamt schlagen wir dem Gemeinderat noch eine weitere Stelle vor, um den vorhin schon angesprochenen Investitionsstau und die zusätzlich dazu gekommen Maßnahmen wie Hochwasserschutz,

Brückensanierungen, Ausweisung neuer Baugebiete etc. gerecht zu werden. Diese Stelle ist aktuell noch nicht im Stellenplan aufgeführt.

Ein weiterer Posten bei den Aufwendungen ist die vorhin schon erwähnte Kreisumlage, die trotz Senkung auf 27,15 % für die Gemeinde Keltern eine Erhöhung auf Grund der besseren Steuerkraftsumme Kelterns um ca. 160.000 Euro auf 3.26 Mio. Euro steigen wird.

Die Finanzausgleichsumlage steigt ebenfalls auf Grund der besseren Steuerkraftsumme auf 2,73 Mio. Euro, was ebenfalls eine Erhöhung um ca. 320.000 Euro bedeutet.

Die Bezuschussung der nicht in gemeindlicher Trägerschaft befindlichen Kindergärten wird mit 1.423.500 € (Vorjahr: 1.313.000) zu Buche schlagen.

Hier machen sich insbesondere die erhöhten Personalkosten bemerkbar.

Kommen wir nun zu den vorher schon erwähnten Investitionen.

Für unsere Sicherheit in Keltern investieren wir in den nächsten Jahren einiges und es sind hierfür umfangreiche Planungen und Ausarbeitungen notwendig.

Im Bereich Brandschutz und Feuerwehr steht das gemeinsame Feuerwehrhaus ganz oben auf der Prioritätenliste. Hierfür wurde 2017 der Grunderwerb getätigt, die Vorarbeiten für das Bebauungsplanverfahren wie Bodengutachten, Baugrundgutachten, umweltschutz- und artenschutzrechtliche Prüfungen, Abstimmung mit den Verkehrsbehörden bezüglich der Zufahrt und Vermessungsarbeiten durchgeführt. Außerdem wurde ein Büro beauftragt, die europaweite Ausschreibung der Architektenleistungen vorzubereiten. Hierzu zählt auch, dass die Arbeitsgruppe Feuerwehrhaus sich mehrere Feuerwehrhäuser angeschaut und das Raumkonzept soweit vorbereitet hat, dass im neuen Jahr die Ausschreibung auf den Weg gebracht werden kann. Hierfür haben wir für 2018 650.000 Euro eingeplant und für die beiden Folgejahren jeweils 3 Mio. Euro.

Für den Bau eines Materiallagers in Weiler wurden 12.000 Euro eingestellt, wofür die Abteilung Vorarbeiten als Eigenleistung erbringt.

Um auch weiterhin im Brandfall gut aufgestellt zu sein, sind für 2018 für ein neues TLF 4000 für die Abteilung Dietlingen 425.000 Euro eingestellt.

Für die weiteren Jahre wurden für 2020 für ein HLF 20/16 für die Abteilung Dietlingen 435.000 Euro und für einen MTW für die Abteilung Niebelsbach 65.000 Euro eingestellt.

Diese Ersatzbeschaffungen wurden so im Feuerwehrbedarfsplan 2013 festgeschrieben.

Damit die Feuerwehr nicht einmal selbst vor einem brennenden Feuerwehrhaus steht und sich selber nicht helfen kann, sind Brandmeldeanlagen für die Abteilung Weiler und Niebelsbach eingeplant. Die Notwendigkeit wird einem klar, wenn man die Vermögenswerte wie Fahrzeuge, Gerätschaften und Einsatzkleidung betrachtet, die in einem Feuerwehrhaus vorgehalten werden. Für 4 Atemschutzgeräte, eine Wärmebildkamera, 2 Eingabeterminals die Umrüstung auf Digitalfunkt im Fahrzeug der Abteilung Ellmendingen sind insgesamt 78.400 Euro eingestellt.

Ein weiterer großer Sicherheitsschwerpunkt, der unbedingt angegangen werden muss und auch nicht aufgeschoben werden darf, ist der Hochwasserschutz. Die Hochwasserereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass hier dringend Handlungsbedarf auch für Keltern besteht, was uns die ersten Untersuchungsergebnisse des Ing.-Büros Wald und Korbe gezeigt haben. Dass man nicht so einfach mal schnell einen Hochwasserschutz errichten kann, davon wurde ich selbst von den Ingenieuren eines besseren belehrt. Von daher gilt es hier zügig aber mit großer Sorgfalt die Planungen voran zu treiben. Aktuell sehen diese vor, dass in Keltern 3 Neue Rückhaltebecken (2 in Dietlingen und 1 vor Ellmendingen) errichtet werden müssen. Das Becken zw. Gräfenhausen und Niebelsbach muss ertüchtigt werden. Für 2018 haben wir hierfür 180.000 Euro für die weitere Planung der Hochwasserschutzkonzeption eingestellt und für die folgenden 5 Jahre jeweils 1,5 Mio. Euro.

Für die Flussgebietsmodelle der Ortsteile Weiler und Niebelsbach sind nochmals 87.000 Euro eingestellt, ebenso für einen Hochwasserwarnpegel für 22.000 Euro. Dieser ist u.a. auch Voraussetzung dafür, dass wir Fördermittel erhalten.

Für den Fall der Fälle haben wir für 3 Schmutzwasserpumpen nochmals 9.000 Euro eingestellt.

Meine Damen und Herren, die Sicherheit ist ein wichtiger Bestandteil dafür, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in Keltern wohl fühlen.

Von daher ist es wichtig und richtig, diese Investitionen zu tätigen. Allein die Rettung eines Menschenlebens machen diese Investitionen unbezahlbar.

Ein wichtiger Bereich in Keltern ist und war die Bildung und unsere Kinder. Von daher haben wir auch für 2018 hier wieder einige Investitionen vorgesehen.

So zum Beispiel für die Planung zur Sanierung der Schulgebäude in Dietlingen und Ellmendingen für vorbereitende Maßnahmen 28.000 Euro und für die beiden Folgejahre jeweils 200.000 Euro. Hier geht es

u.a. um Brandschutzmaßnahmen, energetische Verbesserungen und altersbedingte Sanierungen.

Im Bereich der Kindergärten sind Investitionszuschüsse in Höhe von 47.500 eingestellt. Hier geht es hauptsächlich um die Erneuerung von Spielgeräten und die bessere Nutzung der Räumlichkeiten u.a. durch eine zweite Ebene im Otto-Maurer-Kindergarten und die Sanierung bzw. Verbesserung der Nutzbarkeit des Sanitärbereiches im Kindergarten in der Uhlandstraße.

Im Kindergarten in der Pforzheimer Straße soll ein Kleingruppenraum eingerichtet werden, hierfür sind 70.000 Euro eingestellt. Durch die gesetzlichen Vorgaben müssen doch einige Veränderungen u.a. im Sanitärbereich und bei den Fenstern getätigt werden. Dieser Raum soll als Kleingruppenraum für über 3-Jährige nutzbar gemacht werden.

Für eine eventuelle Neustrukturierung im Kindergartenbereich sind für die Jahre 2020 und 2021 jeweils 1,5 Mio. Euro eingeplant. Die Verwaltung wurde hierfür im Zuge der Flächennutzungsplanung vom Gemeinderat beauftragt, nach geeigneten Standorten für einen eventuellen Kindergartenneubau zu suchen.

Für unsere größeren Kinder und Jugendlichen haben wir wieder wie jedes Jahr 15.000 Euro für den Ersatz von Spielgeräten auf den Kelterner Spielplätzen vorgesehen und zusätzlich 16.000 Euro für die Errichtung eines bzw. mehrerer Bodentrampolins auf einem hierfür geeigneten Spielplatz.

Nachdem die Gemeindebücherei im Spritzenhaus in Dietlingen schon seit längerem aus allen Nähten platzt und die Bücher teilweise zwei- und drei-reihig in den Regalen stehen, konnten wir für das neue Jahr endlich neue, größere und barrierefrei Räume in der ehemaligen Schleckerfiliale in Dietlingen finden, die wir zum 1.1.18 anmieten werden. Die Räumlichkeiten bieten die Möglichkeit in Zukunft auch Kinderbücher zum Verleihen anzubieten und eine Leseecke zu gestalten. Was in der heutigen Zeit und auf Grund der erst neulich veröffentlichten Studie, immer wichtiger wird. Heutzutage lesen Kinder und Jugendliche immer weniger, was laut der Studie dazu führt, dass die Kinder immer schlechter lesen können. Dies sollten wir dadurch fördern, dass wir die Möglichkeit zum Ausleihen von Büchern auch für Kinder und Jugendliche bieten.

Für den Umzug, die Renovierungsarbeiten sowie die Einrichtung haben wir 50.000 Euro eingestellt.

Erhalt des Ortsbildes bzw. von Gebäuden

Hierfür haben wir 2017 schon Mittel eingestellt.

U.a. für die Sanierung und Modernisierung des Keltergebäude in Dietlingen, was sich zwischenzeitlich zu einer größeren Sanierung u.a., des Dachstuhles ausgeweitet hat. Hierfür haben wir für die Jahre 2018, 2019 und 2020 jeweils 150.000 Euro eingestellt. Geplant war eigentlich die Sanierung des großen Kelterraumes und der Fassade, um das ortsbildprägende Gebäude wieder aufzuwerten.

Durch die Untersuchungen wurden dann aber statische Veränderungen im Dachstuhl festgestellt, die nun aufwendig aufgenommen werden müssen, um dann ein Sanierungskonzept erstellen zu können. Da dies ein denkmalgeschütztes Gebäude ist, müssen die Maßnahmen u.a. mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden, die in den Prozess auch schon mit eingebunden sind.

Für den Erwerb und die Sanierung der Winzerhalle haben wir ebenfalls für 2018 130.000 Euro, 2019 280.000 Euro und für 2020

100.000 Euro eingestellt. Dies alles unter dem Vorbehalt, dass die Gemeinde Eigentümerin der Winzerhalle wird. Auch hier sind dann umfangreiche Maßnahmen zu tätigen, um das Gebäude seiner Nutzung zuführen zu können und einen dauerhaften Erhalt zu gewährleisten; was auch im BBPl. so festgeschrieben ist.

Im Rahmen der Ortskernsanierung Weiler sind 100.000 Euro Investitionszuschuss wieder eingestellt, den Private für die Sanierung ihrer Gebäude beantragen können. Hier wurde in den letzten Jahren einige schöne Maßnahme verwirklich, die das Ortsbild in Weiler aufgewertet haben.

Das seit Jahrzehnten lehrstehende Gebäude, Heldengasse 1 in Ellmendingen konnten wir in diesem Jahr nach mehreren Anläufen und Gesprächen mit der Eigentümerin erwerben. Für den Abbruch des Gebäudes und die Neugestaltung der Fläche haben wir 50.000 bzw. 70.000 Euro eingestellt. Aus ELR-Mitteln wird der Abbruch gefördert, das u.a. auch Voraussetzung für den einstimmigen Beschluss des Gemeinderates war.

Nachdem die Räumlichkeiten im Rathaus Dietlingen auch weiterhin benötigt werden, sollte das Thema Barrierefreiheit angegangen werden. Als öffentliches Gebäude muss es eigentlich einen barrierefreien Zugang geben. Hierzu laufen schon erste Gespräche und Planungen mit Planern, Denkmalbehörde und Aufzugsanbieter. Für 2018 sind hierfür 200.000 und für 2019 100.000 Euro eingestellt.

Auch für die seit Jahren bestehenden Gemeindesanierungsprogramme für Gebäude an Ortsdurchfahrten haben wir wieder einen Ansatz von 70.000 Euro eingestellt, der so auch für die 2019 vorgesehen ist.

Teile der Friedhofsmauern in Dietlingen und Weiler müssen dringen saniert werden auch hierfür haben wir 100.000 bzw. 75.500 eingestellt.

Im Bereich Flüchtlingsunterbringung und Sozialer Wohnungsbau sind für den Teilabbruch des stark sanierungsbedürftigen Gebäudes, Hauptstraße 24 in Weiler 150.000 Euro und für den Neuaufbau

350.000 Euro eingestellt. Die Sanierung des Obergeschosses und des Dachgeschosses ist nach Aussagen eines Architekten und der STEG, (Sanierungsberatung) nicht ratsam. Da die Räumlichkeiten dauerhaft für die Unterbringung von Flüchtlingen notwendig sind, schlagen wir vor, das Obergeschoss sowie das Dachgeschoss abzutragen und neu aufzubauen. Sofern für den im EG befindlichen Gastronomiebetrieb eine geeignete Übergangslösung gefunden werden könnte, wäre natürlich ein Totalabbruch und Neubau schneller und auch kostengünstiger als ein Teilabbruch. Aktuell wird dies von Seiten der Verwaltung und der Gaststättenbetreiberin sondiert.

Der schon begonnene Umbau im Oberlinhaus für Anschlussunterbringung schlägt mit 80.000 Euro zu Buche. Diese Kosten werden aber über Mietfreiheit gegenfinanziert.

Für den Erwerb von Grundstücken und Gebäuden sind 200.000 Euro eingestellt und für die Gebäudesanierung und den Erwerb für soz. Wohnungsbau ebenfalls 200.000 Euro.

Die in die Jahre gekommenen Speiterlinghalle soll in den nächsten Jahren auf Grund eines Sanierungskonzeptes im Bereich, Sanitär, Lüftung und Rettungswege saniert werden, hierfür sind 2018 365.000, 2019 370.000 und 2020 300.000 Euro vorgesehen.

Unsere Vereine werden mit 109.000 Euro im Jahr 2018 gefördert. Zusätzlich sind für Investitionen nochmals 56.000 Euro eingestellt. und jährlich 20.000 EUR

Im Bereich der Infrastruktur haben wir 42.000 Euro für die Beschaffung von zwei E-Ladesäulen für E-Fahrzeuge eingestellt. Hier sollten wir es nicht versäumen den Anschluss zu verpassen bzw. sollten wir als pflichtbewusste Mandatsträger eine Vorbildfunktion ausüben. Von daher wird sich in diesem Jahr ein Mitarbeiter zum Energiemanager kommunal weiterbilden, was durch Fördermittel unterstützt wird. Dieser Mitarbeiter wird in Sachen Klimaschutz in den Kommunen geschult und sensibilisiert. Ziel ist es, sinnvolle klimaschützende Maßnahmen in der Kommune umzusetzen, die dauerhaft Betriebskosten senken und zur Vermeidung und Einsparung von Co² führen sollen.

Klar ist auch, dass wir nicht kopflos in das Thema Klimaschutz rennen sollten, aber wir sollten es auch nicht versäumen uns daran zu beteiligen, um so unseren Kinder und Nachkommen eine noch lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Von daher werden wir das Thema auch 2018 mit Maß und Ziel in der Verwaltung vorantreiben.

Um die stetig wachsende Parkplatzproblematik zu verbessern bzw. einen Anreiz für eine Verbesserung zu bieten, sollten wir uns Gedanken über eine Förderung machen.

Es ist nicht allein damit getan, dass wir durch unseren Gemeindevollzugsbediensteten für ein ordentliches Parkverhalten sorgen und die Nichteinsichtigen mit einem Bußgeld belegen. Nein, wir sollten uns auch darüber Gedanken machen, wie wir dem Parkdruck in den Straßen und den dadurch oft entstehenden Engpässen, was die Befahrbarkeit der Straße angeht, begegnen können und durch welche Maßnahmen und Lösungsansätzen wir dem entgegen wirken können.

Hier schlag ich vor, eine Förderrichtlinie zu erlassen, die die Errichtung weiterer privater Stellplätze (keine Garagen) auf Privatgelände, die über das gesetzliche Stellplatzmindestmaß pro Wohneinheit hinausgehen, fördert. D.h. genau, wir fördern die Errichtung weiterer Stellplätze auf Privatgrundstücken mit einem Betrag „X“ z.B. pauschal 1.500 Euro, dafür dass ein Eigentümer weitere Stellplätze dauerhaft errichtet. Dadurch erreichen wir, dass weniger Fahrzeuge auf den Straßen stehen werden.

Die Finanzierung dieser Mittel könnten über die Einnahmen der Bußgelder gedeckt werden, so dass diese wieder dem ruhenden Verkehr zugeführt werden.

Hierfür haben wir für 2018 25.000 Euro eingestellt.

Im Bereich Infrastruktur sind noch weitere Mittel u.a. für die Sanierung eines Teils der Brunnenstraße in Weiler im Zuge der Sanierung der Pfinzbrücke und des Kragarms vorgesehen. Ebenso die Sanierung des Platzes vor dem Kindergarten in Weiler.

Eine Parkfläche im Bereich des Farbklecks-Kindergartens sowie in der Kelterstraße.

Für die Eigenkontrollverordnung, Kanalbefahrung sind ebenfalls Mittel eingestellt sowie 900.000 Euro für die Erneuerung und Aufdimensionierung des Kanals „Im Thäle“ in Niebelsbach, der dringendst getauscht werden muss.

Für den Eigenbetrieb Wasserversorgung sind im Vergleich zu 2017 keine nennenswerten Veränderungen vorgesehen.

Sie sehen meine Damen und Herren,

ich habe nicht übertrieben, als ich zu Beginn meiner Rede von einem Sanierungs- und Investitionsstau gesprochen habe. Nun können Sie auch nachvollziehen, weshalb wir gerne im Bauamt eine weitere Personalstelle schaffen wollen.

Die Grundsatzbeschlüsse bezüglich „Leitbild“ und Baulanderschließung sollten wir im Frühjahr angehen und die nächsten Schritte festlegen. Dies sind Themen, die die weitere Entwicklung Keltern mit bestimmen werden. Von daher lassen Sie mich zum Schluss noch einen kurzen Ausblick auf die nächsten Jahre werfen. Vieles habe ich schon erwähnt, doch es gibt auch in der Verwaltung Überlegungen, was wir verbessern, verändern oder gestalten können, nur haben viele Themen aktuell aus gesetzlichen oder auch haftungsrechtlichen Gesichtspunkten oberste Priorität, bevor wir Neues und Wünschenswertes angehen. Trotzdem sollten wir uns darüber Gedanken machen.

Im Bereich Weinbau/Tourismus sollten wir auch weiterhin Step by Step Verbesserungen angehen, was die Wege, Beschilderung oder auch Neukonzeptionierung angeht. Mit der Errichtung der Weinberghütte und der geplanten Holzliegen haben wir einen schönen Platz zum Verweilen geschaffen, der wenn möglich noch mit dem alten Schulhausportal von Dietlingen ergänzt werden soll; sofern statisch möglich. Wir waren in diesem Jahr zum ersten Mal mit bei einer Tourismusmesse vertreten und haben zusammen mit Kelternwein Keltern präsentiert. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir mit den Nachbargemeinden die Radwege vernetzen und ausbauen. Hier gibt es auch schon erste Gespräche mit Birkenfeld, eventuell die alte Bahntrasse wieder frei zulegen und hier einen schönen Radweg von Keltern nach Birkenfeld und weiter nach Pforzheim zu erschließen, aber auch nach Remchingen gibt es Möglichkeiten diese zu verbinden bzw. auch ein Konzept für E-Bikes zu erstellen. Vielleicht ist es in der Zukunft möglich, mit der Bahn nach Remchingen und mit E-Bikes in die Weinberge zu fahren.

Hierfür müssen wir dann auch Ladesäulen an neuralgischen Punkten anbieten.

Ein ganz anderes Thema treibt mich schon seit längerem um und ich würde dieses auch gerne gemeinsam mit Ihnen angehen. Ich könnte mir gut vorstellen in Keltern einen Ruhewald als Alternative Bestattungsform zur bisherigen zu errichten. Es gibt auch schon ersten Gedanken wo dies sein könnte. Ich möchte dieses Thema gerne im neuen Jahr grundsätzlich mit Ihnen andiskutieren und über die Möglichkeit und einem Standort für die Umsetzung beraten.

Zum Schluss gilt es noch Ihnen Herr Kern und ihrem Team vom Rechnungsamt für die Erstellung des Zahlenwerkes in diesem Jahr ganz besonders zu danken, Sie haben es geschafft, sich in dem Programmdschungel des NKHR mit Ihrem Team durchzuwursteln und uns rechtzeitig ein umfangreiches Zahlenwerk vorzulegen. Ich weiß, dass es Momente gab, an denen Sie am liebsten alles zum Fenster raus geworfen hätten, doch das Ziel vor Augen hat dazu geführt, dass Sie es rechtzeitig geschafft und den ersten doppischen Haushalt der Gemeinde Keltern erstellt haben.

Hierfür vielen herzlichen Dank.

Aber auch allen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Keltern sei es im Rathaus, im Kindergarten, im Bauhof, in den Schulen, bei der Seniorenbetreuung, der Kernzeit, den Hausmeistern, bei den Reinigungskräfte etc. Ihnen allen gilt mein Dank für Ihren Einsatz zum Wohle unserer Gemeinde. Jeder einzelne trägt hierzu maßgeblich bei.

Auch Ihnen liebe Gemeinderätinnen und Gemeinderäte danke ich für Ihr ehrenamtliches Engagement und ihren Einsatz zum Wohle unserer Gemeinde Keltern und möchte mit einem Zitat von

Henry Ford meine Rede beenden, da ich denke dass wir uns dieses immer wieder vor Augen führen sollten:
Zusammenkommen ist ein Beginn,
Zusammenbleiben ist ein Fortschritt,
Zusammenarbeiten führt zum Erfolg.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen für 2018 viel Erfolg.

Herzlichen Dank.

Ihr Steffen Bochinger,
Bürgermeister

 

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