Abtauchen im Klärwerk

Schluss25 18003 „Wer wagt es Rittersmann oder knapp zu tauchen in diese …... ?“. Wer kennt ihn nicht, zumindest den Anfang des oft verballhornten Gedichts „Der Taucher“  von Friedrich Schiller. Im Klärwerk des Abwasserverbands „Oberes Pfinz- und Arnbachtal“  stellt sich noch bis zum Ende dieser Woche die Frage in ähnlicher Form. Hier geht es allerdings nicht um einen goldenen Becher und schon gar nicht um Rittersmänner oder Knappen, hier geht es um einen technischen Tauchgang im Faulturm des Klärwerks in Ellmendingen. Seit Mitte der Woche ist das vierköpfige Team einer Spezialfirma (Tauchbetrieb Richter aus Hamburg) damit befasst auf dem Grund des 1 200 Kubikmeter Klärschlamm fassenden Faulturms aufzuräumen, sprich sogenannte Verzopfungen und Ablagerungen zu entfernen. Diese könnten mittelfristig zu Verstopfungen im System des Faulturms sorgen und damit zu teuren Betriebsstörungen führen.

 Um dies zu vermeiden waren Siegfried Richter und Tochter Catharina, zusammen mit Dirk Bastian und Sascha Gothe im Einsatz. Dabei ist vor dem Tauchen schon das Anziehen des chemikalienbeständigen Spezialanzugs mit Bleigewichten, Taucherhelm und Notfallpressluftflasche  -das Ganze mit über 50Kilogramm -  eine anstrengende Sache zu der zwei Helfer benötigt werden. Schluss25 18002Das Tauchen in totaler Dunkelheit, dazu noch in rund 37° warmen Klärschlamm und das zu Tage fördern der oft mehrere Kilo schweren Verzopfungen ist ebenfalls Schwerstarbeit und nicht ganz ungefährlich. Zwar steht der Taucher in ständiger Sprechverbindung, mit einer Sicherungsperson und hat eine permanente Luftversorgung über Schläuche von außen; aber das Arbeiten in rund zehn Meter Tiefe, nur auf den Tastsinn verlassend,  ist harte Arbeit. Deshalb dauert ein Tauchgang höchstens zweieinhalb Stunden. Dabei birgt jeder Tauchgang in der undurchsichtigen Tiefe trotz Mehrfachsicherung, ein gewisses Risiko. Durch Rohrleitungen im Inneren oder auf andere Art besteht die Gefahr, dass der dicke Gummianzug beschädigt oder Versorgungleitungen für den Taucher geknickt werden könnten. In diesem Fall ist Eile für die Außenstehenden geboten. „Gottseidank ist bisher noch nichts passiert und wir sind immer vollkonzentriert bei der Arbeit“ stellt Siegfried Richter fest und ergänzt.

„Über genügend Geschäft können wir uns nicht beklagen, denn die Behälterreinigung oder - untersuchung durch Tauchgänge ist immer noch kostengünstiger als eine  Entleerung und -  wenn überhaupt möglich - eine Außerbetriebnahme des Faulbehälters.

In diesem Sinne sind wir dann in dieser Woche auch im Klärwerk in Detmold wieder im Einsatz.