Aus der Arbeit des Gemeinderates

Sitzung vom 27.11.2018

Nachdem es keine Fragen aus der Bevölkerung gab, begrüßte Bürgermeister Bochinger Herrn Beil von der KBK und bat ihn, die neue Gebührenkalkulation für die Abwassersatzung vorzustellen. Herr Beil erläuterte den Anstieg der Schmutzwassergebühr um 3 ct/m³ sowohl mit der in Niebelsbach durchgeführten Kanalmaßnahme „Im Thäle“, als auch der teureren Klärschlammentsorgung. Für alle Investitionsmaßnahmen müssen mit den Gebühren auch die entsprechenden Abschreibungen erwirtschaftet werden. Im Bereich Niederschlagswassergebühr gibt es keine Veränderung. Aus dem Gremium kam der Vorschlag, künftig die Abwasserkalkulation nur noch in einem Rhythmus von 3 Jahren durchzuführen, da es in der Vergangenheit kaum Preisveränderungen gab. Seitens der Verwaltung wird eine jährliche Kalkulation bevorzugt, um für die Bürger größere Kostensprünge zu vermeiden. Der Gemeinderat beschloss die Anpassung der neuen Abwassergebühren und die damit verbundene Änderung der Abwassersatzung zum 01.01.2019 einstimmig.

Auch im Bereich der Wasserversorgung wurde eine Anhebung der Gebühren um 2 ct/m³ vom Gemeinderat einstimmig beschlossen. Diese Gebührenanpassung entspricht der allgemeinen Preissteigerung. Auch hier werden die Gebühren jährlich kalkuliert, um größere Preissprünge für die Bürger zu vermeiden. Positiv feststellen konnte der Gemeinderat, dass Keltern im Vergleich zu anderen Gemeinden einen erfreulich niedrigen Wasserverlust zu verzeichnen hat. Das ist vor allem auf das dichte Leitungsnetz und die gute Arbeit der Wassermeister zurückzuführen, erklärte Bürgermeister Bochinger. Da Keltern sein Trinkwasser über Tiefbrunnen bezieht, kam es dieses Jahr trotz des trockenen Sommers zu keinen Engpässen in der Wasserversorgung. Inwieweit der Wasserverbrauch für die Grünflächenpflege gestiegen ist, werde sich am Ende des Jahres zeigen, ergänzte der Vorsitzende auf Nachfragen aus dem Gremium.

Anschließend stellte sich Frau Verena Seyfried mit ihrer Schulsozialarbeit dem Gemeinderat und der anwesenden Bevölkerung vor. Seit Juni 2018 arbeitet sie an beiden Standorten der Grundschule in Keltern. Sie stellte mit Bedauern fest, dass der elterliche Erziehungsauftrag immer mehr in Richtung Schule und Kernzeitbetreuung verlagert werde. Das hat große Auswirkungen auf den Schulalltag. Die Schule möchte mit allen Kindern am Ende der Schulzeit das gleiche Niveau erreichen und das bei sehr unterschiedlichen Voraussetzungen. Hier komme die Schulsozialarbeit bereits zum Einsatz. Sie unterliege der Schweigepflicht und sei Mittelsperson bei Schwierigkeiten im Unterricht, bei Kindern mit auffälligem Verhalten und Lernschwierigkeiten. Auch werde bereits in der Grundschule gestritten, geschlagen und gemobbt. Ebenfalls gibt es Kinder, die häusliche Gewalt erfahren, und auch für diese Kinder stehe sie zur Verfügung.
Ebenso sind Einzelfallförderungen Teil ihres Aufgabengebiets. Manche Kinder müssen erst lernen, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Für die Klassengemeinschaft finden Sozialtrainings statt, in welchem ein „Wir“-Gefühl gestärkt werden soll. Für die Eltern bietet die Schulsozialarbeit eine Beratung in Erziehungsfragen oder bei schulischen Problemen.

Ein weiterer Aspekt der Schulsozialarbeit sei die Kooperation mit den Vereinen, die am Nachmittag verschiedene Aktivitäten anbieten. Die Zeit zwischen Schulende und diesen Aktivitäten verbringen die Kinder in einer hervorragend betreuten Kernzeit. Die Schulsozialarbeit ist eng vernetzt mit dem Landratsamt. Ihr Ziel sei es, den Kindern den Schulalltag etwas zu erleichtern.

Einig war sich der Gemeinderat, dass die Schulsozialarbeit eine wichtige Aufgabe sei, die mit Frau Seyfried sehr gut ausgeführt werde. Eine Ausweitung der Betreuung am Nachmittag durch Frau Seyfried ist aufgrund ihrer eigenen familiären Situation kaum möglich. Aber sie sei für die Kinder auch auf dem Schulhof und einmal wöchentlich in der Kernzeit unbürokratisch erreichbar. Auf Nachfrage erläuterte Frau Seyfried, dass sie erst ein gutes Vertrauensverhältnis mit den Kindern aufbauen muss, bevor sie bei ernsthaften Problemen, zu einem späteren Zeitpunkt mit Einverständnis des Kindes Kontakt zu den Eltern aufnehmen kann. Die Kinder der Flüchtlingsfamilien hätten oft sprachliche Schwierigkeiten, zeigen aber ansonsten kein außergewöhnlich auffälliges Verhalten. Hier kommt es darauf an, wie das Elternhaus zur Schule eingestellt sei. Wenn hier der Informationsaustausch funktioniere, seien die Kinder gut integriert. Kinder aus der Nachbarschaft, aus ganz „normalen“ Familien zeigen eher auffälliges Verhalten. Mit dieser Aussage konnte Frau Seyfried die Vermutung, dass vor allem Kinder aus Randgruppen Probleme haben widerlegen. Rechnungsamtsleiter Kern erklärt, dass die Schulsozialarbeit im kommenden Jahr auf eine 0,8 %-Stelle aufgewertet werden soll, da mit dieser ersten Sozialarbeit vor Ort vielleicht späteren Fehlentwicklungen von Kindern entgegengewirkt werden kann.

Abschließend stellte Frau Seyfried klar, dass Keltern kein Brennpunkt sei und ein gutes Klima für Grundschüler biete. Aber auch hier seien viele Konflikte zu lösen. Der Gemeinderat bedankte sich bei Frau Seyfried für ihre gute und wichtige Arbeit und wünschte ihr weiterhin viel Freude damit.

Einstimmig stimmte der Gemeinderat der Anschaffung eines Kehrmaschinenaufbaus in Höhe von 44.886 Euro (brutto) einschließlich eines Handabsauggerätes zu. Die erforderlichen Finanzmittel werden im Haushalt 2019 zur Verfügung gestellt. Ein entsprechendes Vorführgerät wurde vom Bauhof intensiv getestet. Mit der Anbaukehrmaschine und dem dazugehörigen Kehrgutbehälter kann ohne Leerung eine rund 1 km lange Strecke problemlos in einem Zug von mittelstarkem Unkrautbewuchs befreit werden. Hierfür wird lediglich ein Mitarbeiter benötigt. Neben dem Entfernen von starkem Unkrautbewuchs kann die Anbaukehrmaschine auch Sand, Laub oder Kies aufsaugen bzw. abkehren.

Für die folgenden von Bauamtsleiter Mühlen vorgetragenen Bauvorhaben erteilte der Gemeinderat sein Einvernehmen:

-Nutzungsänderung/Teilumnutzung der Scheune zu Wohnraum in Form einer Wohnraumerweiterung, Ettlinger Str. 8,  OT Ellmendingen

-Baugenehmigung zum Neubau einer Flachdachgarage, Hofäcker 8, OT Dietlingen

Auf Anfragen der Gemeinderäte wurde erläutert dass:

- die Beratungen des Flächennutzungsplans 2030 im Januar/Februar 2019 vorgesehen sind.

- die Vorbereitungen für das Ratsinformationssystem laufen und als nächstes die Schulung der Gemeinderäte ansteht.

Bürgermeister Bochinger gab bekannt, dass

-bereits die zweite Sitzung der Arbeitsgruppen für die Erstellung eines Leitbildes für Keltern stattfindet. Es haben sich 75 Personen zur aktiven Teilnahme in den sechs Arbeitsgruppen angemeldet.

-das Mostteam sich für seinen Essensgutschein, den es als Dankeschön für seine tolle Leistung erhalten hat, mit einer schönen Karte bedankt. Insgesamt stellte der Vorsitzende fest, dass es eine gute Entscheidung für Keltern war, eine eigene Obstpresse anzuschaffen. Hier investiere Keltern ausgesprochen gut in den Streuobstwiesenbestand.

-der abschließende Bescheid des Regierungspräsidiums für die Sanierung der Arnbachmauer, OT Ellmendingen eingegangen ist. Keltern bekommt diese Hochwasserschutzmaßnahme zu 100 % gefördert.

- der Gemeinderat in der letzten nichtöffentlichen Sitzung den Erwerb des Grundstücks Rathausgasse 6, OT Dietlingen beschlossen hat.

Die nächste Sitzung des Gemeinderats findet am Freitag, 14. Dezember 2018, statt.