Einstimmung auf die Feierlichkeiten zum 800Jahre-Jubiläum von Weiler

ZG37 Weiler800JahreSchlossrelief01In diesem Jahr kann Kelterns drittgrößter Ortsteil Weiler sein 800jähriges Jubiläum feiern. Nach dem 1100jährigen Ortsjubiläum von Ellmendingen ist dies ein weiteres hochkarätiges Ereignis in der Weinbaugemeinde. Dabei dürfte die Ortsgeschichte von Weiler anhand verschiedener Baudenkmäler, sowohl für die Mitbürger, als auch Besucher des Ortes relativ einfach zu erfassen sein. Ob im Ortskern mit der Kirche, dem Rathaus und der Dorfmühle oder  mit der zwischenzeitlich von der Bebauung eingeholten, etwas außerhalb gelegenen Neumühle, überall zeugen imposante Gebäude von der Geschichte des Ortes.

Wenngleich zwar von der ehemaligen Burg der Ritter von Straubenhardt, heute nur noch eine kleiner Mauerrest und ein Stück Rasenfläche an der Schloss-Straße, sowie die in der Dorfkirche aufgestellten Grabplatten und das von Steinbildhauer Julius Daubenmaier geschaffene, 1985 im Foyer der Mehrzweckhalle angebrachte Steinrelief die längst vergangenen Tage belegen, so trifft man im alten Ortskern doch allenthalben auf steinerne Zeugen vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte. So ist auch die im Laufe der zurückliegenden Jahrhunderte öfters umgebaute und sanierte Kirche, deren Baugeschichte zumindest für den Bereich des Turmes und des Chorgewölbes auf das 13. Jahrhundert datiert ist, schon ein beeindruckendes Geschichtsdokument. Ein ebenso imposantes Bauwerk ist das in mittelbarer Nähe zur Kirche an der Brunnenstraße gelegene, 1777 erbaute Rathaus.

ZG37 Weiler800JahreRathaus02Schon lange nicht mehr als solches genutzt, ist es vor allen Dingen mit seiner Fachwerkfassade beeindruckend und ein wahres Schmuckstück für den Ort. An der Gebäudefassade zwischen der heutigen Eingangstür und der Gedenktafel für die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges 1870/71 ermahnt zunächst eine Inschrift in Sandstein „Ihr Richter steht dem Rechten bei; denk, dass der jüngste Tag bald sei.“ Ein Hinweis der besonderen Art gibt die Hochwassermarke die in Stein gehauen in fast zwei Meter Höhe anzeigt wo hoch die vorbeilfließende Pfinz am 24. Juni 1940 stand. Mehr ein Zeugnis der jüngeren Ortsgeschichte sind des Pfarrhaus, das heute vom Gemeindediakon Rainer Schemenauer und seiner Familie bewohnt wird - da Weiler schon seit geraumer Zeit keinen eigenen Pfarrer mehr gibt - und das ehemalige Schulhaus. Zwischenzeitlich wird dies als Kindergarten und vom Gesangverein Weiler genutzt. Interessant in der jüngeren Geschichte von Weiler ist auch die ehemalige Kleinbahn Pforzheim Ittersbach, deren „Bahnhof“, als auch die heute als Pizzeria genutzte Bahnhofsgaststätte, noch an der Hauptstraße stehen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Baulichkeiten und Geschehnisse die Geschichte und das Leben des bis 1972 selbständigen Ortes im Laufe der Jahrzehnte  Jahrhunderte prägten. Heute ist der Kelterner Ortsteil der durch zahlreiche Neubaugebiete heute eine stattliche Größe erreicht hat eine lebens- und liebenswerte Gemeinde in der vor allen Dingen das Vereinsleben generationenübergreifend ist. So werden diese Generationen am Samstag 21. und Sonntag 22. September zusammen mit Freunden und Gästen in und um die Mehrzweckhalle am Neumüllerweg ein großes Jubiläumsfest feiern bei dem auch der stolz sowohl auf die ältere als auch auf die jüngere Geschichte zum Ausdruck kommen werden.