Seit vergangener Woche sind die Gaststätten eingeschränkt wieder geöffnet

Mittelfristig zeichnet sich bei der Niebelsbacher Grenzsägmühle aber eine Veränderung ab

Grenzsaegmuehle 2020 „Seit Dienstag vergangener Woche haben wir wieder geöffnet; und die Leute nehmen das Angebot gerne an, wenngleich die Hygienevorschriften zu beachten sind“, freut sich Jean-Jaques Frisch, von der Niebelsbacher „Grenzsägmühle“. Hier wie auch bei anderen Gaststätten, ist die Nachfrage trotz gewisser Einschränkungen groß.   

Die Schließung der Grenzsägmühle wegen der Corona-Krise über die vergangenen fast zwei Monate haben ihn und Kompagnon Nordin Dekkar sehr geschmerzt. Dies weniger wegen der finanziellen Auswirkungen, sondern vielmehr wegen der Leidenschaft mit der die Beiden ihr „Geschäft“ betreiben und damit sehr beliebt sind bei den Gästen. In diese Herzlichkeit und Leidenschaft soll auch kein Wermutstropfen fallen, wenngleich sich gewisse Veränderungen abzeichnen.

 

Vor 34 Jahren haben die beiden begeisterten Wirte die „Grenz“ aus dem Dornröschenschlaf erweckt und nach und nach zur heutigen Größe geführt. Bereits im vergangenen Jahr musste wegen gesundheitlicher Probleme von Jean-Jaques Frisch das legendäre Open-Air „Live at the Grenz“ abgesagt werden „…außerdem werden wir ja auch nicht jünger“, sagt Nordin Dekkar. Daher ist es auch kein Geheimnis, dass die Beiden mittelfristig ihr Lebenswerk in gute Hände  abgeben wollen, wie Jean-Jaques Frisch den ins Auge gefassten Verkauf vorsichtig umschreibt. „So ein Vorhaben muss lange vorbereitet und der Übergang fließend sein“ erklärt der heute 57Jährige, der eigentlich erst mit 60 kürzer treten wollte. „Mit der Grenzsägmühle verbinden uns so viele schöne Stunden und Erlebnisse, da kann man nicht einfach den Schlüssel rumdrehen. Andererseits müssen wir aber auch die Weichen für die Zukunft sowohl für die Gaststätte, als auch für uns stellen.“ Für weitere Überlegungen haben die beiden daher einen Makler beauftragt um die Gaststätte und das gesamte Areal mit dem Biergarten auszuschreiben.

So wird die geschichtsträchtige Immobilie, mit einer Fläche von 4221 Quadratmetern bei einer Gastronomiefläche von 304 Quadratmetern derzeit im Internet in verschiedenen Foren beworben. „Das Geld ist die eine Seite, aber das Herzblut und die Leidenschaft die in unserem Lebenswerk stecken, das ist die andere Seite“, meint Jean-Jaques Frisch. Ihm wäre es am liebsten, wenn man unter einem neuen Eigentümer die Gastronomie wie seither fortführen könnte und er sich dann nach und nach ebenso wie Nordin Dekkar zur Ruhe setzen könnte. In diesem Sinne wollen sie es ruhig angehen lassen und damit auch ihrer Philosophie treu bleiben mit der sie die Niebelsbacher Grenzsägmühle groß gemacht haben.Es kann also durchaus möglich sein, dass nicht zuletzt wegen der erschwerten Verkaufsbedingungen infolge der Pandemie-Krise alles noch beim alten bleibt. Der Gastronomie aber nicht völlig entsagen will Jean-Jaques Frisch auch deshalb nicht, weil Sohn Julien, ebenfalls mit viel Herzblut die Arlinger-Wirtschaft in Pforzheim betreibt. Über die Zeit der Grenzsägmühlen-Schließung hatte die Arlinger-Wirtschaft den Restaurant- Abhol- bzw. Lieferdienst für die Grenzsägmühle übernommen. Vermutlich infolge der angebrachten Hinweisschilder und in Unkenntnis der familiären Beziehungen entstand das Gerücht die Grenzsägmühle sei bereits verkauft. Ein Gerücht das sich aber als unwahr herausgestellt hat.