Coronabrief des Bürgermeisters an die Eltern

Portrait BGMLiebe Kelterner Kita-Eltern,

seit vorletzter Woche wird von Seiten des Kultusministerium B.-W. öffentlich mitgeteilt, dass zum 18. Mai 2020 die Notbetreuung in den Kindertagesstätten ausgeweitet werden soll und dass die Träger hierzu in den kommenden Tagen noch nähere Informationen bekommen werden. Seither haben wir auf die rechtlichen Vorgaben bzw. Handlungsempfehlungen gewartet.
Nach mehrfachem Druck und Anmahnen der Kommunalen Landesverbände und uns Kommunen vor Ort ist die ab heute gültige Corona-Verordnung am Samstag, 16. Mai 2020 per E-Mail durch den Gemeindetag Baden-Württemberg uns übermittelt worden. Erst nach Bekanntgabe der rechtlichen Vorgaben, können wir eigentlich mit der Umsetzung beginnen, was einerseits unmöglich machbar und andererseits vom Verordnungsgeber schlicht weg gegenüber den Trägern unverantwortbar ist.

Dies ist für Sie, liebe Eltern, aber auch für unsere MitarbeiterInnen und Mitarbeiter ein unzumutbarer Zustand und eigentlich nicht zu akzeptieren.
Ich bin froh, dass wir MitarbeiterInnen bei uns haben, die sich immer schon zeitnah mit der Umsetzung der pressewirksamen Verkündungen befassen und sich Gedanken zur Umsetzung machen.

So auch dieses Mal wieder!

Schon am vergangenen Montag, 11. Mai 2020, hatten wir ein gemeinsames Gespräch mit allen Trägern und Kita-Leitungen, wo besprochen wurde, wie die angekündigte Betreuung aussehen und man sie umsetzen könnte. Ebenso wurden sofort gewisse Kriterien festgelegt, auf Grund derer weitere Kinder aufgenommen werden können.
Ganz im Vordergrund stehen hierbei immer die zu betreuenden Kinder. Die Kriterien bzw. Prioritäten, die wir gemeinsam mit den Leitungen der Kindertagesstätten entwickelt haben sind:
- Kinder, die nach den bisherigen Regelungen wegen Berufstätigkeit und Unabkömmlichkeit einen Anspruch auf Notbetreuung haben.
- Kinder, die aus Gründen der Kindeswohlgefährdung einen Anspruch auf Notbetreuung haben (auch das gibt´s leider) .
- Kinder mit erhöhtem Förderbedarf
- Vorschulkinder, deren Eltern sie nicht zu Hause betreuen

Daraufhin haben die einzelnen Einrichtungen (sofern möglich die Bezugserzieherinnen der Kinder) mit allen Eltern telefonischen Kontakt aufgenommen und den möglichen Bedarf mittels Fragebogen abgefragt. Bei diesen Telefonate wurde aber auch auf die dadurch erhöhten Risiken hingewiesen, so dass wir schon Ende dieser Woche den Bedarf für eine ausgeweitete NOTbetreuung ermittelt hatte; ohne aber genau zu wissen, wie die rechtlichen Vorgaben vom Kultusministerium aussehen werden.
Von daher kann es natürlich noch sein, dass einzelne Zusagen eventuell zurückgenommen werden müssen, wenn sich Änderungen der Corona –Verordnung ergeben. – Davon gehe ich aber aktuell nicht mehr aus. Die Zusagen an die Eltern wurden bereits letzte Woche (bis einschließlich Freitag) gemacht, so dass der Kindergartenbetrieb mit der erweiterten NOTbetreuung heute wie geplant starten konnte. Um etwas Nachsicht muss ich Sie bitten, dass wir letzte Woche dann nicht mehr alle Absagen geschafft haben. Immerhin waren ca. 450 Telefonate zu führen. Es kann daher sein, dass – sofern Sie in der glücklichen Lage sind, keine NOTbetreuung in Anspruch nehmen zu müssen - erst heute telefonisch benachrichtigt werden.
Letztendlich haben wir am Samstagmittag über unseren kommunalen Landesverband die Ausformulierung der Corona-Verordnung erhalten, die am 18.5. gilt. Und wir haben damit die Bestätigung erhalten, dass die von uns zusammen mit den KiTa-Leitungen entwickelten Prioritäten vollumfänglich Verordnungskonform sind.

Bei all dem Ärger über die später und schlechte Kommunikationspolitik des Landes möchte ich aber deshalb auch ein großes Lob an alle Träger in Keltern aber auch an die Leitungen und ErzieherInnen sowie Frau Kranzl im Rathaus für die immer pragmatische und zügige Umsetzung danken. Bei allen Vorgaben und Überlegungen steht für uns immer die Gesundheit und das Wohl der Kinder im Vordergrund und sollte auch bei Ihnen, liebe Eltern, stehen, wenn Sie Ihr Kind in die Kita schicken. Die Maxime sollte sein, nur wenn Sie unbedingt die NOTbetreuung benötigen, sollten Sie Ihr Kind in die Einrichtung bringen, ansonsten sollte es weiterhin zu Hause bleiben, wo auch der bestmöglichste gesundheitliche Schutz für das Kind gegeben ist.

Aktuell haben wir immer noch den Stand der „NOTbetreuung“, was so viel bedeutet, wie dass die Einrichtungen auf Grund der aktuellen Corona-Verordnung bis 15. Juni 2020 weiterhin geschlossen sind und es nur eine NOTbetreuung gibt. Von Seiten des Kultusministeriums wird empfohlen, soweit personell und räumlich machbar, in Richtung eingeschränkter Regelbetrieb zu kommen, was sich zwar gut anhört, jedoch bei max. 50% der genehmigten Plätze nicht möglich ist und auch aus hygienischen Gesichtspunkten gut überlegt sein sollte.

Vielen Dank, dass Sie auch in dieser schwierigen Situation mitziehen. Wir werden das unsrige tun, um das Bestmögliche aus dieser Notsituation zu machen. Gemeinsam werden wir das schaffen!

Bleiben Sie alle gesund!

Viele Grüße

Ihr
Steffen Bochinger